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Bedrohung Zersiedelung


Blick Rheintal zum Bodensee

In der Schweiz

Der Bedarf an der begrenzten Ressource Boden steigt in der Schweiz nach wie vor. Der Schweizer oder die Schweizerin beanspruchte Mitte der 1990-er Jahre im Durchschnitt 397 Quadratmeter Boden. Neue Erhebungen der Schweizerischen Arealstatistik zeigen, der Ressourcenverbauch wurde in den letzten Jahren nicht gestoppt. In 13 Kantonen - in St.Gallen und den beiden Appenzell liegen noch keine Werte vor - ist die überbaute Fläche pro Kopf in den letzten fünf Jahren durchschnittlich um gut 10 Quadratmeter gestiegen. Durch den Bau von Siedlungen, Strassen und Industrie ist ein Landschaftspuzzle entstanden, dessen Teile vielerorts für viele Tier- und Pflanzenarten zu eng sind, um zu Überleben.

Aus dem neuen Agrarbericht der Schweiz 2009:
" Mit der in den neunziger Jahren eingeleiteten Ökologisierung der Landwirtschaft gingen der Düngemittel- und Pestizidverbrauch, aber auch der Rindviehbestand zurück, während der Anteil ökologischer Ausgleichsflächen zunahm. Entsprechend konnte seither der Rückgang der Artenvielfalt teilweise gebremst, gestoppt und lokal oder regional sogar eine Trendwende bewirkt werden. Dennoch ist die Lage für viele Arten, welche eng an offenes Kultur- oder Landwirtschaftsland gebunden sind, weiterhin kritisch

 

In der Region

Die Siedlungsfläche des Kantons St.Gallen beträgt 2 026 Quadratkilometer. Fast die Hälfte davon ist Wies- und Ackerland; knapp ein Drittel ist bewaldet, ein Zehntel besiedelt. Auf der Hälfte der Siedlungsfläche stehen Wohngebäude und landwirtschaftliche Bauten. Strassen, Parkplätze und Bahngeleise sind auf einem Zehntel der Siedlungsfläche gebaut worden. Die Siedlungsfläche ist zwischen 1985 und 1997 um rund 13 Prozent angestiegen. Das entspricht einer Zunahme von rund 3 Quadratmeter pro Minute.

Die Bodennutzung variiert regional. Ist zum Beispiel in der Wirtschaftsregion Rorschach bis zu einem Drittel der Gesamtfläche überbaut, so beträgt der Anteil im Toggenburg lediglich 4 bis 5 Prozent. Pro Kopf gemessen sieht die Situation aber anders aus: Im Toggenburg nutzt eine Person 281 Quadratmeter Gebäudefläche, in St.Gallen nur 153 Quadratmeter. Die Gründe: Der Wohnungsbau im Toggenburg ist weniger dicht, zudem gibt es viele Gebäude für den Tourismus.

Die Bevölkerung nimmt bis ins Jahr 2035 im Kanton St.Gallen nach Szenarios des Bundesamts für Statistik um rund 15 000 Menschen zu. Der Trend zu Einpersonenhaushalte bei gleichzeitig grösseren Ansprüchen der Wohnfläche hält weiter an. Die Ausdehnung der Siedlungsfläche wird ohne gesetzliche Grundlagen laut dem Bericht „Natur und Landschaft im Kanton St.Gallen“ weitergehen.

Dokumente

Mobilität im Kanton St.Gallen

Natur und Landschaft im Kanton St.Gallen

Der Kanton St.Gallen und seine Menschen 2009

Entwicklung und Stand der Bodennutzung

Websites

Statistisches Amt Kanton St.Gallen

Schweizer Arealstatistik Bodennutzung und Bodenbedeckung

Bundesamt für Raumplanung

Raumentwicklung im Kanton St.Gallen

Raumentwicklung im Grenzraum CH, D ;A mit Geodaten



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