Bedrohung Verbauungen

LInthkanal heute
In der Schweiz
Die Entwicklung begann vor gut 100 Jahren in der Schweiz: Die Menschen bevölkerten immer mehr Land, die Industrie wuchs stetig. Die Siedlungen rückten nah ist nah näher an die Ufer von Flüssen und Bächen. Der Wunsch nach einem wirksamen Hochwasserschutz stieg, der Bedarf nach Strom aus Wasserkraftweken nahm zu. Mehrere 10 000 Hektaren Moore sind in den letzten 150 Jahren durch Meliorationen trocken gelegt worden.
61 000 Kilometer lang ist das Schweizer Gewässernetz. Davon sind rund 12 000 Kilometer verbaut: Flussbegradigungen, Uferverbauungen, Wasserausleitungen, zerstörte natürliche Uferstreifen. Fische, Vögel, Kleintiere und Pflanzen fühlen sich aber nur in einer vielfältigen Umgebung wohl, und mit mehr Raum wird auch das Risiko extremer Hochwasser reduziert.
In der Region
Regulierung des Alpenrheins mit Folgen
Der Alpenrhein ist in unserer Region ein eindrückliches Beispiel: Über 30 Fischarten besiedelten Mitte des 19. Jahrhunderts den verzweigten Alpenrhein und seine Zuflüsse. Heute ist der grösste "Gebirgsfluss Europas" praktisch durchgehend reguliert. Hochwasserdämme trennen vielerorts den Fluss von den Nebengewässern.
Der Fluss hat sich im Verlaufe der letzten Jahrzehnte immer mehr eingegraben. Durch die Sohleneintiefung entstanden Meter hohe Abstürze zwischen Alpenrhein und Zubringerflüssen. Für viele Fische sind sie unüberwindbare Hindernisse. Zudem belasten tägliche Wasserstands-Schwankungen die noch vorhandenen Lebensräume im Fluss. Mit einem Generationen-Projekt soll nun der Alpenrhein in den nächsten Jahrzehnten wieder lebendig werden.
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